Zotter
Schokolade
Im 16. Jahrhundert brachte der portugiesische Eroberer Cortez eine unscheinbare Frucht, die Kakaobohne, mit nach Europa, die er bei den Azteken kennengelernt hatte. Die Einheimischen nutzten sie als belebendes Getränk, das sie Kakao nannten, indem sie die Bohnen zerstießen und die Masse mit Wasser mischten. Anfangs war der Geschmack für europäische Gaumen zu bitter, erst als Zucker oder Honig hinzugefügt wurden, setzte sich das Genießen der heißen Schokolade bei den Königs- und Adelshäusern durch. Für die einfache Bevölkerung waren die Kakaobohnen unerschwinglich. Der Schokolade wurde eine medizinische Wirkung zugeschrieben, sie wurde als Stärkungsmittel und Aphrodisiakum in Apotheken verkauft. Als größere Mengen nach Europa eingeführt wurden, begann man in Holland ein Verfahren einzusetzen, durch das Kakaobutter und Kakaopulver getrennt und durch die Zugabe von Milch und Zucker zu Tafeln gepresst werden konnten. Der Siegeszug der Schokoladetafeln in Europa nahm seinen Anfang.
Zotter
1999 gründete Josef Zotter, ein erfolgreicher österreichischer Koch und Konditor, der zuvor bereits mit seinen Tortenkreationen Aufsehen erregt hatte, in der Steiermark die Schokoladenmanufaktur Zotter.
Das Unternehmen, das bis zu 60.000 Tafeln Schokolade im Monat produziert, setzt auf biologische Herstellung. So werden ausschließlich BIO-zertifizierte Kakaobohnen aus fairem Handel aus Südamerika und der Dominikanischen Republik verwendet. Die Produktion läuft im sogenannten Bean-to-Bar Verfahren, also von der Bohne bis zur Tafel. Die Kakaobohnen werden im Werk angeliefert und dort zur Gänze bis zum Endprodukt verarbeitet. Eine Vielzahl von teilweise ausgefallenen Geschmacksrichtungen wurde entwickelt, wie zum Beispiel Hanf und Mokka, Rose und Basilikum, Mohn und Maroni. Das Sortiment umfasst bis zu 150 verschiedene Geschmackssorten. Neben der Herstellung von Tafeln bietet Zotter auch Trinkschokoladen, Croissants und Couvertüre-Blöcke an. Die Zutaten werden soweit möglich aus der näheren Umgebung bezogen oder über Fairtrade gehandelt. Während anfangs alle Sorten handgeschöpft wurden, wird mittlerweise ein Teil der Produktion mit einem neuen Verfahren hergestellt, diese Artikel werden dann als gegossen bezeichnet. Großer Wert wird auf die Gestaltung der Verpackung gelegt. So entwirft der Berliner Künstler Andreas Gratze für jedes Produkt eine neue Aufmachung. Besonders ausgefallene Kreationen sind die kreisrunde Schokoladentafel Mitzi-Blue, die in verschiedenen Sorten angeboten wird, und das aus zwei verschiedenen in der Mitte aufklappbaren Schokoladentafeln bestehende Labooko.

